Susanne Kutter

"Back in five minutes" | Galerie |  04. 02. – 19. 03. 2006

 

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Video-Projektion "Flooded Home"

 

In der Ausstellung „Back in five minutes“ werden intakte, private Wohn- und Lebenswelten, die die Gemütsverfassung ihrer fiktiven Bewohner widerspiegeln, radikalen Prozessen der Bewegung und Zerstörung ausgesetzt.

kutter07In der Arbeit „Flooded Home“ wird in einem leeren Schwimmbecken ein Wohnzimmer eingerichtet, um es anschließend zu fluten. Von einem festen Standpunkt aus, zeichnet eine Unterwasserkamera den Vorgang auf.Zuerst verlieren zwei Stühle und ein Beistelltischchen aus Holz den Kontakt zur Erde. Im Wasserstrudel ziehen sie langsam ihre Bahn. Ein wuchtiger Schrank und die Couchgarnitur behaupten vorerst ihre Position. Der Eßtisch schippert mit rot-weiß karierter Tischdecke und einem Strauß frischer Gerbera zur anderen Seite des Raumes und verkeilt sich dort in den Lehnstuhl. Der Fernseher gibt den Geist auf. Die große, graue Auslegware beginnt mit der Strömung sanft zu schweben.

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kutter05Das Video „Moving Day“ zeigt eine an ein Erdbeben erinnernde Dekonstruktion eines kleinbürgerlichen Wohnzimmers. Physikalische Kräfte gestalten ein Bild, in dem sich Zufall und Planung, sowie Tragik und absurde Komik miteinander abwechseln. So chaotisch, planlos und unvorstellbar die einzelnen Ereignisse a priori erscheinen, so berechenbar, unvermeidlich und real wirken sie in dem Moment, in dem sie passieren.

 

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„Das Spezifische der Arbeiten von Susanne Kutter lässt sich weder am katastrophalen Endzustand der Aktionen festmachen – noch an ihrer konzeptuellen oder metaphorischen Hermeneutik. Es geht vielmehr darum, die Aufmerksamkeit auf jenen verändernden Moment zu richten, der die plötzliche Wendung in der linearen Handlung hervorruft und eine Lücke sichtbar werden lässt zwischen allgemeiner Erwartung und tatsächlichem Resultat.“ (Gianluca Ranzi, Antwerpen 2004)

Zitat aus: Gianluca Ranzi, Über die unwahrscheinliche Physik in Susanne Kutters Arbeiten: Katastrophen und andere komische Angelegenheiten, in: Susanne Kutter, ... and how to escape Hell, hsg. v. Goldrausch-Künstlerinnen Projekt und dem Berliner Kultursenat, Berlin 2004.

 

Fotos: Ingrid Weidig

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