Andrea Bakketun

Kabinett, 6. 11. - 13. 12. 2009

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Die Installation der norwegischen Künstlerin Andrea Bakketun besteht aus Videofragmenten, Klängen und kinetischen Skulpturen. Integriert in die aus Kautschuk-Objekten, Fundstücken, Fotografien und bewegten Bildern bestehende Raumarbeit werden Naturkräfte, die die intime Wunderkammer wie eine Forschungsstation erscheinen lassen, wo ausführliche Recherchen und Experimente über das verborgene Wesen des Lebens und der Dinge stattfinden. Das zentrale Objekt innerhalb der Installation ist der in Latex gegossene Abdruck eines Raumes, der eine eigenständige Seele zu besitzen scheint und durch den von ihm ausgehenden Duft der Raum und die Sinne des in ihm befindlichen Betrachters füllt mit einer Vielzahl unterschwellig aufkeimender Assoziationen. Leer und verlassen zugleich, wirkt die Raumhülle wie das materialisierte Echo einer bereits vergangenen Wirklichkeit. Die fragilen Wände erinnern an menschliche oder tierische Hautfetzen, die grob zusammengenäht wurden. Bereits der bloße Anblick evoziert Anziehung und Abstoßung zugleich. Eine Videokamera filmt eine Kletterpflanze mit ihrem für das bloße Auge kaum wahrnehmbaren Drang, sich in der Umgebung Ankerpunkte zu suchen und sich an ihnen festzuhaken. Die bildnerischen Kräfte der Natur werden mit fast wissenschaftlicher Akribie aufgezeichnet, untersucht und mit einfachsten Versuchsanordnungen sichtbar gemacht. Alles ist übertragbar auf die menschliche Existenz, die mit Andrea Bakketuns eindrucksvoller Installation eine poetisch vieldeutige Reflexionsebene findet.

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Fotos: Ingrid Weidig

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