SUSANNEBRITZ neonbird

5. März - 11. April 2010

 

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Foto: SUSANNEBRITZ

Das Werk der letztjährigen Gewinnerin des "Kunstpreises Junger Westen", Susanne Britz, bewegt sich an der Schnittstelle zwischen Fotografie, Zeichnung, Installation und skulpturalen Elementen. Susanne Britz schafft wuchernde Assoziationsgeflechte aus Zeichnungen, Postkarten, übermalten Prints, Alltagsgegenständen wie Plastikwasserpistolen, Lockenwickler und farbige Wäscheleinen, die sich rankend von der Wand in den Raum hineinbewegen. Ausgangspunkt ihrer Arbeit ist häufig die Zeichnung, mit der eine Idee, eine Form zunächst an Gestalt gewinnt, um in der Folge über weitere Schritte durchdekliniert und farbig variantenreich durchgespielt zu werden. Dabei tauchen zuweilen skulpturale Formen auf, die sich zu verselbstständigen scheinen und sich als dreidimensionale Metamorphosen im Raum wiederfinden. Die Wirklichkeit wird zur frei verfügbaren Gestaltungsmasse, die aufgenommen und mit individuellen Deutungen versehen wird. Schrift erscheint in manchen Fotos, Kommentare wie Tagebuchskizzen, daneben farbige Linien, die ungewohnte Beziehungen zwischen den Dingen herstellen und neu sichtbar machen. Kryptische Nummernsysteme scheinen auf geheime Formeln zu verweisen, mit denen sich die Wirklichkeit kategorisieren lässt. Das einzelne Werk wirkt dabei wie eine Plattform, von der aus sich ein Assoziationssprung hin zu einem weiteren Knäuel von Bedeutungen und Möglichkeiten der Wahrnehmung wagen lässt. Komplexität und Vielfalt als erkannte Grundlage sämtlicher Lebenszusammenhänge werden durch die Verschleifung und Verbindung der verschiedenen Gestaltungs- und Bedeutungsebenen zur visuell fassbaren Gewissheit. Zeichnen, sagt Susanne Britz, bedeutet für mich zu formulieren und hierbei den realen mit dem virtuellen, den Innen- mit dem Außenraum zu verknüpfen". Dies gelingt im übrigen auch dem Betrachter, der sich auf das dichtmaschige Beziehungsgeflecht einlässt und weniger nach einem verbindlich formulierten Sinn forscht, sondern den Raum zwischen den Dingen zu erkunden sucht.

Fotos: Stephan von Knobloch

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