Ausstellungen 2001 - 2015

Julia Charlotte Richter - Promised Land

Abschlussausstellung Stipendium "Junge Kunst in Essen"
5.Mai - 16.Juni 2013
Eröffnung: Sonntag, 5.5.2013, 16 Uhr

Öffnungszeiten Donnerstag bis Sonntag 15:00 bis 18:00 Uhr

Zusatzveranstaltungen

Montag, 3.6.2013, 19.30 Uhr
Künstlergespräch mit Julia Charlotte Richter
Kunsthaus Essen
Sonntag, 16.6.2013, 15 Uhr
Werkpräsentation und Katalogvorstellung Julia Charlotte Richter
Museum Folkwang

Julia Charlotte Richter

„Setting“ - Videoinstallation (Projektion) - 05:00 min – 2013
Im Spiel simulieren Kinder das Leben. Unbedacht und schelmisch wird durchgespielt, was sich vielleicht in
der Zukunft in vollem Ernst ereignen könnte.
Regie, Produktion, Schnitt: Julia Charlotte Richter
Darstellerinnen: Chiara, Venice und Eyleen von der Ardeyschule Essen
Kamera, Licht: Barbara Hirn, Jan Bode
O-Ton: Helmut Uhlig
Tonmischung: Julia Charlotte Richter, Studio Debussy (Kunsthaus Essen)
Assistenz: Ann Schomburg

Julia Charlotte Richter

„Promised Land I“ - Videoinstallation (Projektion) - 07:00 min – 2013
Businesswelt. Der Blick geht in einen schicken Konferenzraum, wo einige Geschäftsmänner herum stehen
und dann Platz nehmen. Ratlos und stumm sitzen die Männer am Tisch. In der klaustrophobischen
Stimmung kommt es zu absurden Handlungssequenzen und argwöhnischen Beobachtungen.
Regie, Produktion, Schnitt: Julia Charlotte Richter
Darsteller: Ben Akkaya, Matthias Eberle, Nicola Mastroberardino, Ronny Miersch, Michael Piehler, Sebastian Songin, Daniel Stock
Kamera, Licht: Ben Brix, Barbara Hirn
O-Ton: Paul Mayer
Tonmischung: Julia Charlotte Richter
Maske, Kostüm: Franziska Zoubek
Setfotos, Catering: Ann Schomburg

Julia Charlotte Richter

„Fish Tank“ - Videoinstallation (3 Projektionen) - 07:56 min, 2013
Inmitten einer mysteriösen Aquarien-Wasserwelt haben sich junge Mädchen niedergelassen, wartend und
stumm. Sie sitzen herum zwischen den Glasbecken, die Gesichter sind nach innen gekehrt, die Fische
glotzen. Es ist die Zustandsinszenierung eines ausgedehnten Innehaltens in einer übersättigten Realität, die
übersprudelt von unerreichbaren Idealdiktaten, fabrizierten Träumen und konsumierbaren Versprechungen.
Regie, Produktion, Schnitt: Julia Charlotte Richter
Darstellerinnen: Justina Ehlert, Marina Hasenaug, Ali Minoo Kruljac, Josephine Resta, Noel Nadrowski, Zoe Nellissen, Eva Schütte, Greta
Backhaus, Johanna Gößling, Martha Pung, Maya Hörmann, Emma Bultmann, Anna Luisa Grochot, Anna Wiehager, Rosanna Baltes,
Larissa Schwill, Christina Ruhl, Julia Oberholz, Josephine Jüde, Carolin Landefeld, Sophia Nahit von der Waldorfschule Essen
Kamera, Licht: Ben Brix, Barbara Hirn
Tonmischung: Julia Charlotte Richter
Maske, Kostüm: Franziska Zoubek

Julia Charlotte Richter

„Promised Land II“ - Videoinstallation (Projektion) - 03:50 min – 2013
Der in “Promised Land I“ inszenierte Zustand der Sprach- und Ratlosigkeit mündet in „Promised Land II“ in
einen unaufhaltbarem Zusammenbruch.

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JULIA CHARLOTTE RICHTER

15. Stipendium "Junge Kunst in Essen"

Julia Charlotte Richter (geb. 1982), studierte zunächst Kunst und Englisch an der Kunsthochschule Kassel sowie an der University of Portsmouth. Nach ihrem Abschluss 2010 wechselte an die Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, wo sie 2011 bei Corinna Schnitt ihren Meisterschüler-Abschluss erlangte. 

In ihren Filmen und Medieninstallationen befasst sich Julia Charlotte Richter mit dem Lebensgefühl ihrer Generation, dem ungeklärten Zustand des Erwachsenwerdens. Dabei sind neben selbstreflektierenden zunehmend Forschungsarbeiten entstanden, die die Widersprüchlichkeit einer ganzen Alters- und Geschlechtergruppe im Blick haben. Die Künstlerin zeigt, dass es keine einfachen Antworten auf die Frage nach einer emotionalen wie gesellschaftlichen Verortung gibt und sich die Gestaltung von individuellen Lebensentwürfen keineswegs als ein leichtfertig zu realisierendes Unterfangen darstellt. Ihre Videoarbeiten "kreieren materielle und metaphorische Orte des Übergangs von der Kindheit zum Erwachsensein. Sie lädt uns ein, für einen Moment mit ihr an der Schwelle zu verweilen, an der beide Lebensphasen ineinanderfallen." (Alexandra Gerbaulet)

In Richters lautloser Videoarbeit "Down the Rabbit-Hole" schweift die Kamera in ruhigen, fast sanft anmutenden Bewegungen über eine Gruppe junger Frauen, die in einem Zimmer auf dem Boden liegen. "Allein oder aneinander geschmiegt, offen ausgebreitet oder zusammengekauert sind sie aus keinem sichtbaren Grund in den Schlaf gesunken. Nichts, auch kein Licht scheint sie wecken zu können. Die herumliegenden Gegenstände auf dem Boden, auf der übervollen Kommode, die Kleidungsstücke, die Kuscheltiere, nichts gibt einen wirklichen Hinweis darauf, wo genau sie sich befinden und was sie vorher getrieben haben. Alles aber - einschließlich der Kamera - erzeugt ein Stimmungsbild, ein noch sich selbst gewisses, mädchenhaftes Körper- und Lebensgefühl, das wie der Loop kein Ende kennen will." (Bernhard Balkenhol)

Diese Mädchen kann man nicht wecken. Wie in einer großen narkoleptischen Wolke gefangen, scheint ihr Zustand der in sich gekehrten Ruhe und Selbstversunkenheit endlos zu sein, wie die Sehnsucht nach einer erfüllten Existenz.

www.juliacharlotterichter.com

Jury
Prof. Dr. Stephan Berg (Kunstmuseum Bonn)
Prof. Dr. Jean-Christophe Ammann (Frankfurt am Main)
Prof. Thomas Wagner (Frankfurt am Main)
Dr. Hans-Jürgen Lechtreck (Museum Folkwang)
Dr. Britta Schmitz (Hamburger Bahnhof, Berlin)
Balz Isler (14. Stipendiat "Junge Kunst in Essen")

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