offshore splinter

Das Fragment als bildnerisches Mittel, 3.9. - 2.10.2005

Ein Austauschprojekt mit KünstlerInnen aus Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen in Kooperation mit dem Mecklenburgischen Künstlerhaus Schloss Plüschow (8.5. - 5.6.2005):

Katja Davar (Köln), Anke Grams (Essen), Udo Rathke (Plüschow), Andreas Sachsenmaier (Schwerin), Hubert Sandmann (Essen), Elke Siml (Saal/Darß), Jan Stieding (Düsseldorf), Iris Thürmer, Reinhard Thürmer (Wolthof/Boltenhagen) und Joseph Zehrer (Köln)

gra_ratUdo Rathke / Anke Grams

Udo Rathke - "Allegorie I und II" Inkjetdruck, 2004
Anke Grams - "Rosenraum" Rauminstallation, 2005
 

grams_1offshore - "das Auslagern von Produktionsbereichen" und splinter – „Splitter“ sind Inhalte der seit den 90er Jahren häufig verwendeten Schlagworte Globalisierung und Fragmentierung, Begriffe, die mehrere Dimensionen berühren und vor allem Prozesse der weltweiten Verflechtung von nationalen Märkten und Gesellschaften auf Grund technischen Fortschritts benennen. Sie stehen für weltumspannende Vernetzung von Informations-, und Dienstleistungsströmen, für die Intensivierung grenzüberschreitender Unternehmungen in Handels- und Finanzwesen, Musik und Film, Werbung, Tourismus und Umwelt. Künstler nutzen die ständig wachsende Flut von bildlichen und sprachlichen Informationen als Lieferant für neue Motive und Motivationen. Aus der Fülle der sprachlichen, bildlichen Materialien filtern sie Bruchstücke, konstruieren neue Zusammenhänge, ursprüngliche werden erweitert.
 

dav_stie

Katja Davar "Smoke, Giant, Field III", Stickerei und Tusche auf Leinwand, 2004
Katja Davar, "people who trash elevators", Video, 2003

Jan Stieding "Palast", Öl auf Leinand, 2004

davar_1Ausschnitt aus:Katja Davar "Smoke, Giant, Field III

Die Ausstellung konzentriert sich auf die Frage, nach welchen Kriterien Künstler Informationen für die eigene Arbeit filtern und fragmentieren und inwieweit hierbei das kulturelle Gedächtnis eine große Bedeutung spielt, also das Selbstverständnis und die Identität eines jeden Einzelnen, die sich auf Erinnerung, persönliche Erfahrungen, soziale Einflüsse stützen.

In den Arbeiten der für die Ausstellung eingeladenen KünstlerInnen nimmt zum einen das Fragment in seiner vielfältigen Form als bildnerisches Mittel eine zentrale Rolle ein. Zum anderen leben die Künstler in zwei Bundesländern mit einer höchst differenten historischen und künstlerischen Prägung. Bis heute ist die jeweilige regionale Kunstszene sehr unterschiedlich. Nordrhein-Westfalen hat z.B. mit den Städten Köln und Düsseldorf über lange Jahre gewachsene international anerkannte Zentren des künstlerischen Schaffens und Austauschs. Vor ganz anderen Bedingungen stehen Künstler und Kunstinteressierte in Mecklenburg-Vorpommern. Am internationalen Kunstmarkt orientierte Galerien, Kunstvereine oder Kunsthochschulen mit überregionaler Wirksamkeit entwickeln sich auch aufgrund der weit schwächeren demographischen und wirtschaftlichen Situation nur zögerlich. Die Fragmentierung bestimmter für die eigene Arbeit relevanter Informationen vor Ort wird möglicherweise sehr verschieden sein. „offshore – splinter“ lebt von den eigenen Positionsbestimmungen der Künstler.

stied_1Eine gemeinsame Ausstellung zu einem überregionalen (globalen) Thema ermöglicht somit Erforschung, Gegenüberstellung und wichtigen Austausch künstlerischer Ansätze und Produktionsverfahren zwischen KünstlerInnen beider Bundesländer.



Jan Stieding "group",
Öl auf Leinand, 2004
 

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sachs_2Andreas Sachsenmaier "Waldstück", 2005

"An einem schönen Morgen im Mai ritt eine elegante Amazone auf einer herrlichen Fuchsstute durch die blühenden Alleen des Bois du Bologne"
Zitat aus "Die Pest" von Albert Camus. 

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Hubert Sandmann "böhlen_1", Video-Panorama, 2005 

 

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Reinhard Thürmer, "rectangular", 5 Elemente, Esche gefärbt, 2005

 

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Joseph Zehrer "Worps", 2004 und "Stuhl ohne Stuhl", 2005, Acryl auf Folie 

 

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Elke Siml - "téléphone arabe"

 

Fotos: Ingrid Weidig

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